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Schnuller im Einsatz? Das sollten Sie beachten!
Viele Babys und Kleinkinder „schnullern“ gerne. Doch viele Eltern sind unsicher, ob sie ihrem Kind damit schaden oder nicht. Die Debatte wird auch unter Medizinern
durchaus kontrovers geführt. Die allermeisten Experten aber sind sich einig, dass der Schnuller eigentlich o.k. ist - solange er nicht zur Dauerlösung avanciert.
Ihren angeborenen Saugreflex wollen Babys eben nicht nur bei der Nahrungsaufnahme stillen – beim Saugen können sie sichwunderbar beruhigen und entspannen. Und auch wenn ein Schnuller
nicht schmeckt wie Mamas Brust, ist das „Schnullern“ bei den kleinen Erdenbürgern doch überaus beliebt. In Stress-Situationen sorgt ein Schnuller oft ruckzuck für
Entspannung bei den Babys – und damit auch bei den Erwachsenen. Dagegen ist nichts einzuwenden, kommt der Schnuller mit etwas Fingerspitzengefühl zum Einsatz.
Bei vollgestillten Kindern etwa sollte er nicht allzu früh angeboten werden, damit keine negativen Auswirkungen auf das Stillen entstehen. Denn das Saugen an der Brust erfordert Kraft und
eine bestimmte Technik, das vergleichsweise leichte Schnullern kann einen Säugling da durchaus verwirren. Erst wenn die Milch regelmäßig fließt und sich Mutter und Kind beim
Stillen gut aufeinander eingespielt haben, ist der Schnullereinsatz in Ordnung. Auch bei Babys mit Schluck- und Spuckproblemen sollte der Schnuller – wenn überhaupt – erst einmal
sehr vorsichtig eingesetzt werden. Im Zweifelsfall sollten Eltern lieber Kinderarzt oder Hebamme zu Rate ziehen!
Form und Material? Eigentlich egal!
Bei der Wahl von Form und Material kann man getrost danach gehen, was das Baby selbst am liebsten mag. Erhältlich sind Schnuller in abgeflachter Form („kiefergerecht“) oder
in Tropfenform. Zahnärzte geben keiner der beiden Formen den Vorrang. Auch beim Material gibt es keine eindeutigen Präferenzen unter Medizinern. Ob man also zu Latex oder Silikon
greift, ist letztlich eine Frage des Geschmacks und der individuellen Produkteigenschaften. Einerseits ist Silikon formstabiler und widerstandsfähiger gegenüber Hitze und dadurch auch
länger haltbar – auch nach unendlichen Desinfektionen. Andererseits ist Silikon kein Naturprodukt wie Latex. Latex ist Naturkautschuk - sehr weich und sehr griffig. Er wird beim
Aufkochen und Desinfizieren jedoch auch leichter porös.
Ob rund oder flach, ob Silikon oder Latex ist also egal – viel wichtiger ist es, die richtige Schnullergröße entsprechend dem Alter auszuwählen. Bei den meisten Marken sind
Schnuller in drei Größen erhältlich: Bis sechs Monate, ab sechs bis 18 Monate und ab 18 Monaten. Vereinzelt werden auch „Starter-Schnullis“ für Neugeborene
angeboten.
Schnullersollten niemals beschädigt oder schmutzig zum Einsatz kommt. Leider fallen sie oft runter oder werden von den Babys und Kids spielerisch zu Boden befördert. Hartnäckig
hält sich die Unart, dass Mütter den Schnuller dann selbst abschlecken, bevor sie ihn dem Baby wieder in den Mund schieben. Kinderärzte raten davon, auch bei größeren
Babys, unbedingt ab – weil auf diesem Wege allzu oft Pilze (Mundsoor) und Bakterien übertragen werden. Am besten lassen sich Schnuller im Vaporisator reinigen –
wer keinen besitzt, kann die Schnuller auch in Wasser auskochen. Bringen Sie dazu in einem kleinen Topf Wasser zum Kochen und legen Sie die Schnuller so hinein, dass sie komplett mit Wasser
bedeckt sind. Schnuller am besten mit einer Nudelzange aus dem Topf entnehmen und auf einem sauberen Geschirrhandtuch abtropfen und unbedingt auskühlen lassen, bevor das Baby sie wieder in
den Mund nimmt.
Praktisch: Schnullerketten
Je weniger ein Schnuller in den Schmutz fällt, desto weniger muss er desinfiniziert werden. Darum ist die Anschaffung einer
Schnullerkette durchaus sinnvoll. Sie verhindert auch die lästige Sucherei nach dem geliebten Sauger, hat der sich im
Kinderwagen oder in der Babyschale versteckt. Auch Hobby-Bastler und handarbeitsbegeisterte Mütter sollten aber davon Abstand nehmen, Schnullerketten selbst basteln zu wollen, meinen
Experten, da bei Überlänge oder verschluckbaren Kleinteilen an der Kette durchaus Gefahren auftreten können.
Ein Schnuller ist in jedem Fall kieferschonender als das Daumenlutschen, da sind sich Ärzte einig. Und werden Kids rechtzeitig wieder entwöhnt (idealerweise sollte der Schnuller
zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag abgegeben werden!) gibt es auch wenig kieferorthopädische Bedenken. Strategien, wie sich auch kleine Schnullerfans behutsam davon überzeugen
lassen, ihren „Nulli“ oder „Dutzi“ fristgerecht abzugeben, gibt es viele: Um die Schnullerfee beispielsweise ranken sich viele lustige Geschichten!
2005 machte eine Meldung Furore, Schnuller schützten Babys zu 90 Prozent vor dem plötzlichen Kindstod, für Babys bis zu einem Jahr immerhin die häufigste Todesursache. Ein
Forscherteam aus Oakland, meldete am 9.12.2005 auch die FAZ, hätte mit in seiner in der Online-Version des Fachmagazins „British Medical Journal“ veröffentlichten Studie
wissenschaftlich belegt, „dass der Schnuller tatsächlich die gewünschte vorbeugende Wirkung hat.“ Verschiedene Online-Plattformen empfehlen seither vorsichtig, etwa ab der
vierten Lebenswoche einen Schnuller beim Einschlafen anzubieten.